Iran

ALLGEMEINE INFOS ÜBER DEN IRAN

  • Der Name „Iran“ leitet sich her vom mittelpersischen Êrân, dessen vollständige Form Êrânschahr oder Êrânzamîn lautet, zu deutsch „Arierland“
  • Der offizielle Name des Staates ist seit 1934 Iran, vorher Persien
  • Das Territorium des heutigen Staates Iran umfasst ein Gebiet von rund der viereinhalbfachen Größe Deutschlands
  • Die Hauptstadt Teheran zählt eine Bevölkerungsdichte von rund 13 Millionen Menschen
  • Das neue Wahrzeichen der Hauptstadt ist der Fernsehturm „Borj-e Milad“, mit 435 m der höchste Turm Irans und der sechsthöchste der Welt
  • Polosport hatte seinen Anfang 600 v Chr. im Iran
  • 5000 Jahre alt ist das älteste Backgammon-Brett – gefunden im Iran
  • Nietzsche und R. Strauss schrieben je ein Werk mit dem Namen „Also sprach Zarathustra“ Beide haben mit der zoroastrischen Lehre Persiens nichts zu tun.
  • Viele Perser im Exil haben ihre alte Heimat einmal verlassen, nie wieder betreten
  • Die Tochal Telacabin, die zum Tochal-Berg in der Provinz Teheran hochfährt, gilt mit 7,5 km als die längste Seilbahn der Welt

Perser in Köln: Sie tragen kein Kopftuch?

Rosenwassereis zergeht auf der Zunge und die Töne des Dafs, einer traditionellen persischen Trommel, klingen noch in den Ohren. Erschöpft sitzt eine Gruppe Kulturwanderer in einem iranischen Restaurant und lässt die Eindrücke der Persien-Tour noch einmal Revue passieren. Drei Stunden lang ist die Reisegruppe durch das iranische Köln gelaufen und dabei in die Sprache, Musik, Literatur und Kunst einer orientalischen Welt in der deutschen Domstadt eingetaucht.

Mission: Kennen und verstehen lernen

Bönig meint, dass es offensichtlich nicht ausreiche, wenn Einwanderer sich nur bemühten sich zu integrieren. Damit Integration wirklich klappe, so Bönig, müsste auch bei denen, die schon im Land lebten, Interesse für die zugewanderten Kulturen geweckt werden. „Der beste Weg für ein gutes Miteinander ist, sich gegenseitig kennen und verstehen zu lernen.“ Das ist auch das Motto des „Kulturklüngel“-Teams: „Leute aus verschiedenen Kulturkreisen, die an einem Projekt arbeiten: Sie präsentieren und vermitteln ihr kulturelles Erbe und setzen sich für mehr Toleranz und interkulturelles Verständnis ein“, so Bönig. Die Teilnehmerzahlen der Wanderungen durch das vielen Stadtbewohnern unbekannte Köln zeigen, dass Bönig mit seiner Idee offenbar einen Nerv getroffen hat. Im Schnitt sollen es 350 Besucher sein, die jeden Monat an einer der 16 verschiedenen Touren teilnehmen – von einer Reise durch das afrikanische Köln bis hin zum indonesischen Leben. Ob seine Touren tatsächlich langfristig die interkulturelle Verständigung fördern, kann Bönig nicht überprüfen. Aber er ist sich sicher, dass zumindest ein Verständnis für die jeweils andere Kultur geweckt werde.

Die Deutsche Welle veröffentlicht diesen Text von Anahita Mehdipor 2012 auch auf bosnisch, mazedonisch, kroatisch und englisch.

Syavash Rastani spielt regelmäßig Tombak und Daf auf unserer persischen Kulturwanderung.

Minzwasser gegen Bauchschmerzen

Die Kulturwanderungen werden von Menschen aus dem jeweiligen Kulturkreis geleitet. „Sie tragen kein Kopftuch?“, fragt deshalb Teilnehmerin Sabine die südländisch aussehende Leiterin während einer Persien-Tour. „Ich bin Deutsche, aber eben mit iranischen Wurzeln“, bekommt sie zur Antwort. Sima, eine iranisch-stämmige Teilnehmerin, erklärt, dass das Kopftuch zu tragen im Iran zwar per Gesetz vorgeschrieben ist, dass viele iranische Frauen damit aber gar nicht einverstanden seien. Bei den Kulturführungen haben auch Teilnehmer die Möglichkeit etwas beizutragen.
Etwas später liegt der Duft von Safran, Kurkuma und Kardamom in der Luft. Die „Kulturklüngel“-Teilnehmer treffen auf Mashallah Bahrampour in seinem iranischen Lebensmittelladen. Während er süsse Zitronen und iranische Datteln anbietet, erzählt er, dass die Iraner Schwarztee mit Kardamom würzen, und dass man im Iran destilliertes Wasser mit Minze gegen Bauchschmerzen verabreicht. Der Besitzer des „Iran-Shop“ hat offenbar Spaß daran den neugierigen Gästen sein Wissen weitergeben zu können. Mit neuen Hausmitteln im Gepäck zieht die Gruppe weiter.

Fliegende Teppiche

Als nächster öffnet Nuri Ansari den Gästen samstags nach Feierabend die Türen seines Teppichhandels und zeigt einen so genannten fliegenden Teppich, den man sonst aus den Märchen von 1001 Nacht kennt. „Seidenteppiche sind sehr fein gewebt und weil sie so leicht sind, werden sie auch fliegende Teppiche genannt“, erklärt er den interessierten Zuhörern. Die Ladenbesitzer öffnen ihre Türen für die Kulturwanderer und sind für Fragen bereit. Sie machen aus Überzeugung bei den „Kulturklüngel“-Touren mit, aber sie sind keine bezahlten Moderatoren. Teppichhändler Ansari lebt seit mehr als 50 Jahren in Köln und hat Zeiten erlebt, in denen die Deutschen eher kritisch und verhalten auf fremde Kulturen in Deutschland reagiert haben. Umso mehr freut er sich jetzt, wenn sich jemand für die iranische Kultur interessiert. „Ich trage gerne meinen Teil zum Völkeraustausch bei“, so Ansari.

Anders als das Klischee: Kein Kitsch beim Iraner

Bei Hossein Tohidlou sind die Teppiche fast vergessen, es glitzert hier intensiv. „Ich habe mehr Gold und Kitsch erwartet und dachte, dass iranische Frauen eher wenig Silber tragen“, wundert sich Teilnehmerin Lena. Der iranische Juwelier erzählt, dass er tatsächlich mehr deutsche als iranische Kundschaft habe. „Die meisten Iraner kaufen Gold vor allem im Iran oder wollen Schmuck zu iranischen Preisen von mir. Das kann ich ihnen aber nicht bieten“, sagt Tohidlou. Der gelernte Goldschmied nutzt die Gelegenheit, den Tourbesuchern seinen selbst hergestellten Schmuck vorzuführen. Er sagt: „Wenn ich eine Kette fertig herstelle, dann frage ich erst meine Ehefrau, ob sie diese tragen möchte.“ Die Tourteilnehmerinnen sind erfreut, Romantik kann auch kulturübergreifend sein.

Deutsche Welle
Datum: 03.09.2012
Autorin: Anahita Mehdipor

Mr. Shirazy & the Exile Orchestra spielten zur Eröffnung unseres Büros am Rathenauplatz im Herbst 2015. Das Ensemble rund um den Ausnahme-Musiker Shirazy vereint musikalische Effekte der Weltmusik mit Videoloops. Darüber und das selbstgebauten Instrument Freaks wird auf Arte „Tracks“ berichtet.

Anahita Mehdipor

„Vielen Dank für dieses wunderbare Konzept!
– Gastkommentar –

Touren in Köln: Iran

KÖLNS MORGENLAND – Persien mit Anahita Mehdipor

Kardamom, Zimt und Rosenwasser, Düfte, die unsere Sinne verzaubern.
Persische Dichtung, orientalischer Bauchtanz, Instrumente und Gesang aus dem Orient auf den Spuren von Sheherazade und 1001 Nacht, aphrodisischen Gerichten mit Granatapfelsaft und Walnüssen und Klänge eines Tars oder Tombaks. All das ist auch bei uns hier in Köln zu sehen, hören und schmecken. Lassen Sie sich ins Ferne verführen und genießen Sie eine orientalische Tour durch Köln mit Anahita Mehdipor.

KULINARISCHE WELTREISE MIT CHEA-IEN CHHAY

Die Esskultur ist in vielen Ländern der Erde wesentlicher Bestandteil des Alltagslebens und oft der Mittelpunkt des sozialen Lebens. Besuchen Sie mit uns Feinkostläden und Gastronomie. Auf der Route ab Zülpicher Platz kommen wir an der persischen Meile vorbei und probieren oft persisches Eis.

WELTREISE DURCH DIE EIGENE STADT – interkulturelle Stadtführung rund um den Neumarkt

Bei einer Führung durch die Zuwanderermilieus gehen Kölner auf Weltreise. Nur der Reiseleiter weiß, in welchem Land man als Nächstes landen wird. Darum ist die Vorfreude ein ständiger Begleiter. Auf dem Weg liegen Musik und Kunst, Vereine und Institutionen, die besten Geheimtipps und doch auch ganz normale Menschen – aus allen Kontinenten. Auf Weltreise durch die eigene Stadt erkundet Kulturklüngel die Stadt Köln seit vielen Jahren und entwickelt Kulturwanderrouten kreuz und quer durch unsere Stadt. Auf der Route ab Neumarkt besuchen wir meist eine Station in Kölns persischen Meile.

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